Hanna arbeitete in einem kleinen Lager bei Krakau, einem Außenlager von Auschwitz, in welches sie im Frühjahr 1944 versetzt worden war. Während ihrer Arbeit als Aufseherin im Konzentrationslager war sie unter anderem an den Selektionen beteiligt, bei welchen ca. 60 Personen jeden Monat zum arbeiten ankamen, gleichzeitig jedoch 60 Personen jeden Monat getötet wurden. Die Selektionen waren einer ihrer beiden Hauptanklagepunkte vor Gericht.

Es kursierte außerdem das Gerücht, Hanna hätte während ihrer Zeit als Aufseherin gewisse “Lieblinge” gehabt, welche ihr aus Büchern vorgelesen hatten. Ihrer Meinung nach wären diese “Lieblinge” zu schwach zum arbeiten gewesen, und alles was sie gewollt habe, wäre die letzte Zeit dieser Personen durch das Lesen schöner zu gestalten.  

Was Hanna jedoch nicht bestreiten kann, ist, dass sie unter anderem für den Tod unzähliger Frauen verantwortlich ist. Sie war unter den Aufseherinnen, die mehrere hundert Frauen in eine Dorfkirche eingesperrt hatten, welche jedoch kurz darauf durch einen Bombenanschlag in Brand geriet. Die Aufseherinnen, eingeschlossen Hanna, schlossen jedoch die Kirchentüren nicht als Fluchtweg auf, da sie Angst hatten, die Frauen nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen.

In der Nacht des Bombenanschlags starben fast alle gefangenen Frauen, wofür die verschlossenen Türen, und somit Hanna und die anderen Aufseherinnen verantwortlich waren.

Beitragsbildquelle: http://www.kulthit.de/bilder/der-vorleser/428/3645/ [Stand: 24.5.2019, 13:13 Uhr]